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Wie alles begann...
Yps erblickte das Licht der Welt offiziell am 13. Oktober 1975 und zwar als Eigenkreation von Gruner und Jahr. Was viele nicht wissen, bereits zuvor wurde Yps fünf Ausgaben lang in Form von Testheften am Markt geprüft. Man wollte sicher gehen, dass das für Deutschland neuartige Konzept, nämlich dem Heft ein Gimmick beizulegen, aufgeht. Yps orientierte sich dabei an der französischen Magazinreihe "Pif-Gadget" und entnahm auch daraus die Figur "Pif, der lustigste Hund der Welt", die jahrelang in den Yps Heften abdruckt wurde. Das Bemerkenswerte an diesen Testausgaben ist, dass das allseits bekannte und Namen prägende Yps-Känguru damals noch gar nicht in den Heften auftaucht. Sein Platz wurde von der Comicfigur Gulliver übernommen, die bei den Kindern jedoch nicht so gut ankam. Ab der Oktober-Erstausgabe übernahm dann also das bekannte blaugrün karierte Känguru die Aufgabe, dem Leser das neue Gimmick zu erklären.

  Yps 1 (Das Schleuder-Katapult) Yps 1 (Das Schleuder-Katapult)

Die Kinder waren begeistert. Die Symbiose von Comics und Spielzeug war geglückt. Wöchentlich fieberten bis zu 500.000 Leser der nächsten Ausgabe entgegen. Frei nach dem Motto "Lesen, lernen, lachen und basteln" kam jeder auf seine Kosten.


Yps: Gimmicks, Comics, Wissenswertes...
Das Gimmick auf dem Yps Heft war die grosse Neuerung am Kindermagazinmarkt. Während Hefte wie Micky Maus zum Lesen an Freunde weiter gegeben werden konnten, wollte man so ein tolles Yps-Gimmick natürlich nicht hergeben. Ausgabe für Ausgabe begeisterte Yps mit seinen aufregenden Extras. Und wer kennt nicht die berühmten Urzeit-Krebse, das Detektivset oder den Solar-Zeppelin? Niemand sollte ahnen, dass Yps mit der Einführung eines Gimmicks den deutschen Markt für Kindermagazine grundlegend verändern, und somit die Vorreiterrolle für eine neue Magazinkultur übernehmen würde.

Natürlich standen bei Yps gleich nach dem Gimmick die Comics im Vordergrund. Eine feste Institution war der dreiseitige Comic um das Yps Känguru sowie der Comic "Robin Ausdemwald". Auch Comicserien wie "Gespenster GmbH" oder "Die Punk Piraten" gehörten zum Standardprogramm.

  Yps 1254 (Die Geldmaschine)
Yps 1254 (Die Geldmaschine)

Nach der üps-Humor Seite folgte dann immer eine Reihe mit den wohl besten Jugendcomics aller Zeiten, darunter Lucky Luke, Asterix, Percy Pickwick, Cubitus und später auch Isnogud und Garfield. Neben den Comics wollte Yps jedoch auch Wissenswertes vermitteln. Dieser Vorsatz wurde durch die Rubrik "Natur und Technik" gewährleistet. Den Kindern wurde mit Hilfe von pädagogisch wertvollen Sammelserien interessantes Allgemeinwissen näher gebracht. Es gab Dinosaurier-Sammelkarten, die Technikserie "Wie funktioniert das?" oder Informationen über verschiedene Tierarten. Zu jeder Sammelkartenserie gab es auch die passende Sammelbox.

Yps wandelt sich...
Von 1975 bis April 1999 erschien das Yps Magazin bei Gruner und Jahr im wöchentlichen Rhythmus. Die Auflagen fingen jedoch Mitte der 90er Jahre an stetig zu sinken. Auch verschiedene Anpassungen des Heftes an aktuelle Trends, wie z.B. die Einführung einer Internet-Guide Seite oder die Modernisierung des Logos konnten die negative Entwicklung nicht verhindern. Schliesslich verkauft Gruner und Jahr die Yps Rechte an den Egmont Ehapa Verlag. Dieser veränderte das Magazin, in dem er neue Comicserien einführte, das Layout modernisierte und die Erscheinungsweise auf vierzehntägig umstellte. Doch auch diese Veränderungen konnten das Heft nicht retten. Durch die Flut vieler neuer Comichefte und Freizeitvergnügungsmöglichkeiten wie Gameboy und Playstation, die die Kinder immer öfter vor den Computerbildschirm zogen, setzte sich der negative Trend weiter fort. Aufgrund der wirtschaftlich unbefriedigenden Verkaufszahlen musste der Verlag das Heft einstellen. Am 10. Oktober 2000 erschien Heft Nr. 1253, pünktlich zum 25. Jubiläum, als vorerst letzte Ausgabe.


Yps im Zoologischen Garten in Berlin   Ein neuer Versuch...
Es sollte 5 Jahre dauern bis der Ehapa Verlag einen neuen Versuch startete. Dieses Mal wollte man nicht nur neugierige Kinder als Leser gewinnen, sondern den Nostalgiewert des Heftes nutzen, um auch die "Alt-Leser" von damals wieder zu begeistern. Die Zielgruppe richtete sich also auch auf die 23- bis 32-Jährigen, quasi ein monatliches "Kinderheft für Erwachsene". Als Reminiszenz an die Gründerjahre von Yps wählte die Redaktion als Extra "die Gelddruckmaschine" und liess Prominente, wie Hennes Bender, Mario Barth und Ralf Schmitz, sich als Yps Fans outen. Ausserdem wurde beim neuen Konzept des Heftes auf "Kuriotainment" gesetzt. Auch übernahm Yps für eines der Riesen-Känguru-Männchen im Berliner Zoo die Namenspatenschaft, und dokumentierte das damals auf einer neuen Yps-Website.
Ehapa produzierte nach der ersten neuen Ausgabe noch drei weitere Testausgaben, musste jedoch letztendlich feststellen, dass sich auch diese monatliche Neu-Auflage nicht rechnete.

Faktoren, wie eine jährlich schrumpfende Zielgruppe, verlagerte Interessen der Kinder und die Schwierigkeit, neue Comic-Serien ohne TV-Unterstützung einzuführen, haben zu dieser Entscheidung beigetragen. Am 8. Mai 2006 musste das Yps Heft daher zum grössten Bedauern der Yps-Fans im Egmont Ehapa Verlag ein zweites Mal eingestellt werden.

Yps bleibt Kult...
Das Yps Heft gehörte in den 70er und frühen 80er Jahren zu den wohl bekanntesten, auflagenstärksten und erfolgreichsten Comicmagazinen. Neben dem wöchentlichen Yps Heft erschienen zeitweilig sogar mehrere Spezialausgaben, wie "Yps Extra" (mit aufwendigeren Gimmicks), "Yps Grün" (Spezial für Gartenfreunde) und Yps Taschenbuch. Nicht umsonst erlangte Yps daher bei einer ganzen Generation von Lesern Kultstatus. Die so genannte "Generation Yps" wird sich wohl auch noch in Zukunft gerne an Dinge wie "Rote Rächerringe", "Mexikanische Springbohnen" oder "fluoreszierende Plastik Dinos" erinnern und so die Yps-Faszination noch eine ganze Weile in der Gegenwart gefangen halten.

Der Verlag behält sich daher vor, bei veränderten Rahmenbedingungen oder einer überzeugenden neuen Idee, über eine Fortsetzung des Abenteuers Yps nachzudenken.

© Egmont Ehapa Verlag GmbH 2007 l Impressum